Die Akupunktur

 
ist eine sehr alte aus China stammende Heilmethode, die in der jüngerer Zeit auch in Europa sehr populär geworden ist. 
Bei der Akupunktur werden mittels kleinster Nadeln (0,15 – 0,30 mm) oder einem Laser feinste, unter der Haut bzw. an Muskel-Sehnenverbindungen liegende Nervenstrukturen und Rezeptoren des Tast- und Lagesinnes erregt. Diese stehen wiederum ihrerseits mit übergeordneten Schaltstellen des peripheren oder zentralen Nervensystems in Verbindung. Dadurch lassen sich Krankheitsbilder aus zahlreichen Bereichen therapieren. 


 

Dazu zählen… 

Die Beweglichkeit: 

Bei Schmerzen der Wirbelsäule, Schulter-, Ellenbogen-, Hand- und Fingergelenke, Hüft-, Knie- und Fußgelenke durch z.B. Arthrose 


 Als Begleitbehandlung nach Gelenkersatz oder von Unfallfolgen z.B. bei Ansatz-sehnenentzündungen, Kapsel-, Sehnen- und Bandverletzungen


Bei Bandscheiben-schäden

 Herz und Gefäße: 

Bei Bluthochdruck z.B. gegen arterielle Verschluss-krankheiten und Venenleiden


Zur Förderung der Durchblutung und des Lymphabflusses z.B. bei chronischen Lymphödemen, Lymphstau und geschwollenen Extremitäten

Der Kopf: 

Bei Schwindel, Gedächtnisstörungen und Kopfschmerzen 

Die Bauchorgane:

Magen/Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Blase, Niere und Prostata z.B. bei einem Reizmagen bzw. Reizdarm, Blähungen, Völlegefühl, Inkontinenz, Beschwerden durch Prostatavergrößerung und nach Prostata-operationen

 Die Atmung: 

Obere und untere Atemwege, Brustkorb mit Atemmuskulatur, Zwerchfellbeweglichkeit und Atemmotorik z.B. bei chronischer Bronchitis, Asthma, COPD 

Nerven:

 Bei Taubheitgefühlen und Missempfindungen z.B. der Hände und Füße

Bei Nervenschmerzen (Neuralgien) z.B. Lumboischialgie

Bei Lähmungen z.B. nach Schlaganfällen, Bandscheibenvorfällen, bei Schluckstörungen und Mundtrockenheit

Das Immunsystem:

Zur Stärkung bzw. Sensibilisierung der Abwehrkräfte z.B. bei Allergien oder gehäuft auftretenden Infektionen

Ein Exkurs über die Akupunktur

 

Die Akupunktur fördert die Gesundheit durch die Nutzbarmachung körpereigener Regulationskräfte, durch die Verschonung empfindlicher Organe vor körperfremden Stoffen, deren Aufnahme, Transport, Umbau, Abbau und letztendlich Vernichtung (die auch unvollständig erfolgen kann mit ungewissem Verbleib pharmakologischer Restprodukte) oft knappe Stoffwechselressourcen beansprucht. 

Bei der Passage durch mehrere Gewebeschichten trifft die sehr kleine Nadel (0,15 – 0,3 mm) auf zahlreiche Sensoren für verschiedene Sinnesqualitäten wie Berührung, Druck, Vibration, für Länge und Spannung von Muskeln wie auch Sehnen und für Schmerzempfindungen. Das Gewebe reagiert wie bei einer wirklichen Verletzung. Der Stichkanal von nur 0,15 – 0,3 mm Durchmesser ist zwar keine solche, der von ihm ausgehende Reiz ist dennoch stark genug, um eine heilungsfördernde Gegenregulation hervorzurufen. 

Diese umfasst...

Steigerung der Durchblutung: die verbesserte Versorgung mit Sauerstoff beseitigt Übersäuerung im Gewebe, ebenso wirken herangeführte körpereigene Stoffe schmerz- und entzündungshemmend.

Im venösen System trägt der verbesserte Blutfluss z.B. zur Linderung  von Beschwerden in der Wirbelsäule bei. Deren Venengeflecht, die Knochenhaut- und Rückenmarkshaut reizen. Für hormonproduzierende Organe hat der venöse Abstrom auch den Zweck, ihre Produktion in den Kreislauf einzubringen. Das gilt auch für die im Knochenmark gebildeten Blutzellen.

Förderung des Lymphabstroms: Der mechanische Nadelreiz regt kleine Lymphgefäße zur Kontraktion an. Deren entstauende, abschwellende Aktivität reduziert den erhöhten Gewebsdruck, der den Blutfluss und den Stoffaustausch zwischen den Zellen behindert. Der gesteigerte Lymphabstrom reinigt das Gewebe von funktionslosen Restprodukten, die den Aufbau vollwertiger Strukturelemente stören. 

 

Signale innerhalb des Nervensystems, die einer Fehlsteuerung entgegenwirken. Das vom Nadelreiz ausgehende elektrische Signal überlagert bestehende Schmerzsignale. Im Nerveninneren wird der Transport z.B. von Zellbestandteilen für die Energiegewinnung angeregt. 

Diese Transportvorgänge sind elementar in allen Nervenzellen, d.h. in sensiblen, motorischen und vegetativen Nerven.